Foto: Karin Wohlgemuth

Vortrag

Am Donnerstag, 1. März 2018, um 19 Uhr im Märkischen Museum Witten hält Prof. Dr. Fritz Rüdiger Volz (Bochum) im Rahmen der Reformation-Vortragsreihe  des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark den Vortrag "Luther, das Geld und der Wucher".

 

Luther hat keine Schrift mit dem Titel "Evangelische Wirtschaftsethik" verfasst. Was allermeist als eine solche gilt, ist eine Veröffentlichung von 1524: "Von Kauffshandlung und Wucher".


Die herrschende Meinung in den herrschaftskritischen Milieus, die Luther gerne als Autorität zur Stärkung ihrer eigenen "Wirtschaftsethik" einsetzt, bezieht sich regelmäßig auf diese Schrift. Ihr reichen die Stichworte des Titels, denn Luther polemisiert erfreulicherweise kräftig gegen Wucher und Großkaufleute wie Jakob Fugger.
Es gilt dann: Wucher = Kapitalismus und Fugger = Prototyp des homo oeconomicus.
Das reicht für die autoritative Legitimation der schon fertigen eigenen Auffassungen.
Sieht man sich den Text genauer an, haben dieser Art Vereinfachungen keinen Bestand. Wohl aber kann man – wenngleich mit etwas Mühe – ein angemesseneres Verständnis der Voraussetzungshaftigkeit und der Komplexität der lutherischen Thesen und Argumente gewinnen.
Diese Einsichten können dann aber auch helfen, Schwierigkeiten, Aufgaben und Elemente einer evangelischen – "theologischen" – Wirtschaftsethik genauer zu bestimmen. Der Vortrag will dies zeigen.
Luthers Schrift soll "von hinten" gelesen werden – d.h. in Umkehrung ihrer Entstehungsgeschichte.
Aus ihren beiden unterscheidbaren und eher heterogenen Elementen soll gerade ihre aporetische bzw. paradoxe Struktur herausgestellt werden. Besondere Aufmerksamkeit wird der von Luther selbst seiner Schrift vorangesetzte, geradezu existenzialistische, neuen Einleitung gewidmet. In der gewählten Perspektive könnte sie dann durchaus als Präludium "jeder" evangelischen Ethik gelesen werden. Die Moderne ist die Epoche, die dem Individuum alles zutraut. Wirklich alles: alles Gute, wie alles Böse. Luther gehört zu den Ersten, die diese "unerlöste" Spannung von gleichzeitiger Überschätzung und Unterforderung des modernen Subjekts seelsorgerlich bedenkt und begleitet.

 

Der Eintritt ist frei.

Preise

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Termine

  • Am 01.03.2018 von 19:00 bis 21:00 Uhr

Veranstaltungsort

Märkisches Museum Witten
Husemannstr. 12
58452 Witten

Telefon02302-5812550
Telefax02302-5812569
E-Mailmaerkisches.museum@stadt-witten.de
Webseitewww.maerkisches-museum-witten.de
AnfahrtRoutenplaner aufrufen

Barrierefreiheit

Allgemein barrierfrei Nein
Rampen vorhanden Ja
Aufzüge vorhanden Ja
Behindertengerechtes WC Ja
Rollstühle vor Ort Nein


Veranstalter

Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark