Die Zwiebelkönigin im Gespräch

Lilly Görnemann
Foto: Kristina Bruns

Im Interview mit der Wittenerin Corinne Platte (19) erzählt Lilly I. von sich und ihrem Alltag mit und ohne Krone.

Kommst du aus Witten?

Nein, ich komme aus Berlin und bin 1989, nach der Wende, mit meinen Eltern hierher gezogen, weil diese hier einen Job gefunden haben. Doch ziemlich schnell habe ich gefallen an dieser Stadt gefunden, nicht zuletzt wegen all der schönen Grünflächen und Parks, die es hier gibt und nun wohne ich schon über 25 Jahre in Witten und habe die Stadt richtig kennen und lieben gelernt.

Welcher ist dein Lieblingsort in der Stadt und warum?

Oh, da gibt es viele. Das ist echt schwer, aber ich glaube ich würde sagen die Ruhr, einfach schon wegen der Natur und der Landschaft.

Beschreibe dich mit 3 Worten!

Aktiv, hilfsbereit, kreativ und vor allem offen für Neues.  Das passt auch ziemlich zu meinem Lebensmotto: „Alles mitnehmen was kommt und immer den Horizont erweitern!"

Warum wolltest du Zwiebelkönigin von Witten werden?

Einfach schon, weil ich Traditionen mag und unterstützen möchte. Ich sehe sehr viel Potential in Witten und möchte etwas bewegen, auch einfach durch repräsentative Aufgaben, und ich denke, dass ich durchaus etwas erreichen kann. Denn ich stehe voll und ganz zu dem, was ich mache, ich rede darüber gerne mit vielen Menschen und habe schon einige von meiner Motivation und der Wichtigkeit/dem Sinn überzeugen können.

Was erlebt man so als Wittener Zwiebelkönigin?

Ganz klar ein besonderer Moment ist es, wenn man zusammen mit der Bürgermeisterin die Kirmes eröffnet! Aber man lernt auch einfach jede Menge Leute aus verschiedenen Bereichen, wie z.B. die Schausteller, kennen. Ich interessiere mich sehr für die Geschichten anderer und mag es, verschiedene Einblicke zu bekommen.

Hast du bestimmte Aufgaben? Was sollten die Wittener über ihre Zwiebelkönigin wissen?

Erstmal natürlich die repräsentative Aufgabe bei der Kirmes oder sonstigen Veranstaltungen. Aber ich sehe mich auch als Kontaktperson für jeden, der sich gerne mit mir austauschen mag. Ich stehe auch Neu-Wittenern gerne für Gespräche zur Verfügung.

Was machst du, wenn du mal nicht die Zwiebelkönigin bist?

Ich bin studierte Medien- und Kommunikations-Designerin und arbeite im Bereich des Objekt- und Raumdesigns. Das heißt ich optimiere von Menschen gemachtes und erfinde neue Dinge um die Kommunikation zwischen Mensch und Natur zu verbessen. Ein Beispiel dafür sind die von mir entworfenen Spanlampen nach dem Prinzip des Upcyclings. Nähere Informationen dazu stehen auch auf meiner Internetseite „Lightformart“ und auch der WDR hat einen Beitrag dazu veröffentlicht.
Außerdem habe ich bei der Gestaltung des 2009 eröffneten Treff, an der Werk°Stadt mitgearbeitet und stelle gerade eine Mobile Werkstatt auf die Beine. Dafür habe ich ein Auto umgebaut, mit viel Werkzeug und einer ausziehbaren Werkbank ausgestattet, und werde mich bald einmal die Woche damit all denjenigen zur Verfügung stehen, die zu Hause nicht den Platz oder die Möglichkeiten haben. Dabei könnte ich mir auch vorstellen, das „Projekt Mobil“ mit der Flüchtlingsarbeit zu kombinieren.

Wenn du in Witten etwas ändern könntest, was wäre das?

Ich denke, ich würde versuchen das Gemeinschaftsgefühl der Wittener zu stärken. Zum Beispiel durch gemeinsame Interessen wie die Zwiebelkirmes oder andere Veranstaltungen. Doch auch allgemein, in einem meiner Projekte arbeite ich mit den Medizin-Studenten aus dem Wiesenviertel zusammen, ich denke, dass man durch Aufklärung verschiedener Gruppen (und seien es Sportler und Mediziner) deutlich mehr erreichen könnte. Wenn die Menschen wüssten, was die anderen so machen, könnte man viel besser zusammenarbeiten. Besonders wichtig finde ich dabei auch die Kommunikation zwischen Jung und Alt. Wenn wir alle unsere Erfahrungen teilen würden, hätten wir nicht nur ein besseres Gemeinschaftsgefühl, wir könnten auch alle sehr viel lernen.